Paramount vs. Netflix: Der 108-Mrd.-USD-Kampf um Warner Bros Discovery

Das 108-Mrd.-USD-Angebot von Paramount für Warner Bros Discovery stößt auf Konkurrenz durch Netflix, wobei Regulierung und politischer Einfluss wahrscheinlich den Ausgang bestimmen werden.

Harsh Karamchandani

Von Harsh Karamchandani · CFA Charterholder | Trading Operations & Product Strategist

10 December 2025 · 4 Min. Lesezeit

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Die aktuelle Situation: Eine Geschichte von zwei Angeboten

Für alle, die sich auf den neuesten Stand bringen wollen, hier ist die aktuelle Lage. Letzten Freitag machte Netflix einen Schritt, den viele früher oder später erwartet hatten, aber vielleicht nicht so bald. Sie kündigten ein freundliches Angebot zur Übernahme der WBD-Studios und von HBO für rund 27,75 USD pro Aktie an. Der Gesamtwert dieses Deals beläuft sich auf etwa 82,7 Milliarden USD.

Es klang nach einem starken Schachzug, bis man das Kleingedruckte las. Der Deal ist eine Mischung aus Barmitteln und Aktien und lässt die „linearen“ Fernsehsender wie CNN und TNT in einem Spin-off zurück, das die Aktionäre separat verwalten müssten.

Dann trat erst gestern Paramount (unterstützt von Skydance) mit einem „feindlichen“ Angebot auf den Plan, das die Dynamik völlig veränderte. Sie boten 30,00 USD pro Aktie komplett in bar für das gesamte Unternehmen. Dies bringt die Gesamtbewertung auf massive 108,4 Milliarden USD.

Jetzt haben wir ein Patt. Auf der einen Seite steht mit Netflix ein strategischer Partner, der eine Premium-Markenassoziation bietet. Auf der anderen Seite bietet ein Konkurrent sofortige Liquidität und einen höheren Angebotspreis.

Warum Bargeld die Oberhand gewinnt

Wenn ich mir die Zahlen ansehe, erscheint das Angebot von Paramount fundamental viel stärker. Im aktuellen Marktumfeld ist Unsicherheit ein erhebliches Risiko. Der Netflix-Deal ist an deren Aktienkurs gekoppelt. Wenn die Netflix-Aktien fallen, was sie seit Bekanntwerden der Nachricht getan haben, sinkt auch der Wert ihres Angebots. Darüber hinaus sind Spin-offs operativ schwierig. Ihre Umsetzung dauert Monate, und der Wert des neuen, abgespaltenen Unternehmens ist oft unberechenbar.

Paramount hingegen bietet einen sauberen Ausstieg. 30,00 USD sind eine feste Zahl. Es muss kein komplexes neues Unternehmen gegründet werden und man muss sich keine Sorgen um die Volatilität der Aktien machen. Aus meiner Sicht ist diese Einfachheit ein massiver Vorteil. Sie zwingt den Vorstand von WBD zu der Überlegung, ob er die Ablehnung eines höheren, reinen Barangebots zugunsten eines niedrigeren, komplexeren Deals mit Netflix rechtfertigen kann.

Der regulatorische und politische Aspekt Marktanalyse

Es gibt noch einen weiteren Faktor, der meiner Meinung nach die Chancen verschiebt, und das ist das regulatorische Umfeld. 

Erstens: das Wettbewerbsproblem. Netflix ist bereits der größte Name im Streaming-Bereich. Wenn sie HBO kaufen, würden sie einen riesigen Teil des Marktes kontrollieren. Die Aufsichtsbehörden blockieren normalerweise Deals, die derartige Monopole schaffen. Präsident Trump hat den Deal bereits öffentlich kritisiert und angemerkt, dass ihre Marktdominanz ein Problem für den Wettbewerb „sein könnte“.

Paramount hat einen viel reibungsloseren Weg vor sich, und vieles davon ist auf die Politik zurückzuführen. Skydance wird von der Familie Ellison unterstützt, die wichtige Großspender von Präsident Trump sind. Darüber hinaus bestätigen Berichte, dass die Investmentfirma von Jared Kushner bei der Finanzierung des Deals hilft. In Situationen wie dieser ist es ein enormer Vorteil, die Regierung auf seiner Seite zu haben.

Schließlich gibt es noch die Absicherung durch ausländische Investitionen. Sie fragen sich vielleicht, woher Paramount 108 Milliarden USD in bar bekommt. Aus den Unterlagen geht hervor, dass das Geld aus Staatsfonds in Saudi-Arabien, Abu Dhabi und Katar stammt. Normalerweise wird die US-Regierung bei ausländischem Geld nervös, aber Paramount hat das klug angestellt. Sie machten diese Investoren zu „stillen Teilhabern“, was bedeutet, dass sie weder Stimmrecht noch Kontrolle haben. Um es noch sicherer zu machen, ist das chinesische Unternehmen Tencent komplett aus dem Deal ausgestiegen. Paramount ist im Grunde allen großen rechtlichen Fallen ausgewichen.

Wie sich das meiner Meinung nach entwickeln wird Experteneinblicke

Derzeit wird WBD nach dem gestrigen Börsenschluss bei der Marke von rund 28,26 USD gehandelt. Das sagt mir, dass der Markt immer noch skeptisch ist und ein gewisses Risiko einpreist, dass keiner der beiden Deals zustande kommt oder dass sich der Prozess in die Länge zieht. Der Preis liegt zwischen den beiden Angeboten, höher als das Angebot von Netflix, aber niedriger als das von Paramount.

Basierend auf den aktuellen Daten glaube ich jedoch, dass Paramount letztendlich als Sieger hervorgehen wird.

Der Druck auf den Vorstand wird wahrscheinlich zu groß sein, um ihn zu ignorieren. Aktionäre bevorzugen in der Regel sofortigen Wert, und es ist schwer, gegen einen Aufschlag komplett in bar zu stimmen. Es würde mich nicht überraschen, wenn Netflix versucht, sein Angebot aufzubessern, vielleicht durch eine höhere Bar-Komponente, aber aufgrund der damit verbundenen regulatorischen Risiken haben sie wahrscheinlich eine Obergrenze.

Im Moment ist es ein Abwarten. Wenn der Aktienkurs anfängt, in Richtung dieses 30-USD-Angebots zu klettern, ist das ein starkes Zeichen dafür, dass Großinvestoren an das Zustandekommen des Deals glauben. Aber wenn der Preis hier stecken bleibt? Dann bedeutet das, dass der Kampf noch lange nicht vorbei ist. So oder so befinden wir uns an einem Wendepunkt, und der nächste Schritt wird gewaltig sein.

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