Milliardär greift ein: Update zum WBD-Übernahmekampf
Larry Ellison sichert das WBD-Angebot von Paramount mit einer Garantie in Höhe von 40,4 Mrd. USD ab. Der Kampf verlagert sich auf den Preis, während Netflix konkurriert. Die Frist am 21. Januar rückt näher.

Von Harsh Karamchandani · CFA Charterholder | Trading Operations & Product Strategist
25 December 2025 · 4 Min. Lesezeit

Das Update: Der Milliardär greift ein
Wenn Sie dachten, der Kampf um Warner Bros. Discovery Handelsstrategien (WBD) sei vorbei, nachdem der Vorstand letzte Woche das Barangebot abgelehnt hatte, dann haben Sie sich geirrt. Am Montag, dem 22. Dezember, hat Paramount einen Schritt unternommen, der die Ausgangslage völlig verändert hat. Sie haben nicht nur ihr Angebot angepasst; sie haben die schweren Geschütze aufgefahren.
Larry Ellison, der Gründer von Oracle und einer der reichsten Männer der Welt, hat eine unwiderrufliche persönliche Bürgschaft für 40,4 Mrd. USD der Finanzierung unterzeichnet. Das verändert alles. Es ersetzt effektiv ein „Treuhandfonds“-Versprechen durch eine direkte Zusage eines Mannes, dessen Vermögen über 200 Mrd. USD beträgt.
Die Finanzierungslücke schließen
In meinem letzten Update habe ich erklärt, dass der WBD-Vorstand das Barangebot von 30,00 USD abgelehnt hat, weil er behauptete, die Finanzierung sei „illusorisch“. Ihr Hauptargument war, dass das Geld aus einem Familientrust stammte, der theoretisch widerrufen werden könnte.
Dieses operative Schlupfloch ist nun geschlossen. Mit der persönlichen Unterschrift von Larry Ellison unter dem Deal kann der Vorstand nicht länger behaupten, das Kapital sei nicht real. Damit entfällt die wichtigste Begründung, mit der sie den Baraufschlag abgelehnt haben.
Anpassung des Sicherheitsnetzes
Die Finanzierung war nicht die einzige Lücke, die Paramount geschlossen hat. Sie stimmten auch zu, die „Reverse Termination Fee“ auf 5,8 Mrd. USD zu erhöhen. Dies entspricht genau dem Betrag, den Netflix zugesagt hat zu zahlen, falls die Aufsichtsbehörden den Deal blockieren.
Aus Sicht der Deal-Struktur ist damit eine Parität erreicht. Paramount hat sich nun eine persönliche Garantie für die Finanzierung gesichert und ist mit der regulatorischen Versicherungspolice von Netflix gleichgezogen. Die beiden größten Risiken, vor denen der Vorstand die Aktionäre gewarnt hatte – Finanzierungssicherheit und regulatorischer Schutz – wurden somit effektiv neutralisiert.
Der neue Machtkampf: Es kommt auf den Preis an
Da die strukturellen Probleme gelöst sind, deuten die Marktsignale auf einen Stimmungsumschwung hin. Die WBD-Aktie wird nun über dem Angebotspreis von Netflix gehandelt, was darauf hindeutet, dass die Anleger den Netflix-Deal nicht länger als ausgemachte Sache betrachten. Das bedeutet nicht, dass Netflix aus dem Rennen ist, aber der Aufschlag zeigt, dass der Markt die reale Möglichkeit einpreist, dass sich das Angebot von Paramount oder vielleicht ein nachgebessertes Gegenangebot durchsetzen könnte.
Der Kampf ist jedoch noch nicht vorbei. Harris Associates, die Investmentfirma, die die Oakmark Funds verwaltet, hat diese Woche eine entscheidende öffentliche Erklärung abgegeben. Als einer der Top-5-Aktionäre kontrollieren sie fast 4 % der WBD-Aktien, daher hat ihre Stimme immenses Gewicht.
Alex Fitch, ein Portfoliomanager bei Harris Associates, signalisierte, dass die strukturellen Anpassungen von Paramount zwar „notwendig“, aber „nicht ausreichend“ seien.
Dies ist der Wendepunkt von „Struktur“ zu „Preis“. Harris Associates sagt David Ellison damit faktisch, dass es nicht ausreicht, nur den Papierkram zu bereinigen. Wenn er ihre 96 Millionen Stimmen will, muss er mehr zahlen. Sie halten die Tür offen, aber sie erwarten eine höhere Zahl als 30,00 USD, um hindurchzugehen.
Der Zeitplan: 21. Januar
Paramount hat die Frist für die Aktionäre, ihre Anteile zu verkaufen, bis zum 21. Januar 2026 verlängert. Dies gibt dem WBD-Vorstand zwei zusätzliche Wochen Zeit, um eine Entscheidung zu treffen. Da die Finanzierung nun gesichert ist und die Ausfallgebühr angeglichen wurde, ist es für sie weitaus schwieriger geworden, das Angebot einfach aus technischen Gründen abzulehnen. Wir beobachten nun, ob sie an ihrer Linie festhalten oder ob dieser Druck eine neue Verhandlungsrunde erzwingt.
Das Fazit
Paramount hat nun auf die geäußerten Einwände des Vorstands reagiert. Die Finanzierung ist durch die persönliche Bürgschaft von Larry Ellison abgesichert, und die Ausfallgebühr entspricht dem Schutz durch Netflix. Die strukturellen Bedenken wurden ausgeräumt.
Aber die Aussage von Harris Associates macht deutlich: Den Papierkram in Ordnung zu bringen, reicht nicht aus. Dies hat sich von einer Debatte über die Deal-Struktur zu einer Verhandlung über den Preis gewandelt.
Warum dies mein letztes Update ist (vorerst)
Die Realität ist: Diese Situation ändert sich fast täglich. Zum jetzigen Zeitpunkt würden weitere Updates eher bedeuten, Hintergrundgeräusche zu verfolgen anstatt bedeutsamer Entwicklungen.
Die Rahmenbedingungen stehen. Paramount hat die Finanzierung, Netflix hat den strukturellen regulatorischen Weg und die Hauptaktionäre haben signalisiert, dass sie mehr Geld wollen. Was als Nächstes passiert – ob Ellison sein Angebot erhöht, wie Netflix reagiert, was der Vorstand letztendlich entscheidet – sind Variablen, die sich in den kommenden Wochen abspielen werden.
Sofern sich die Deal-Struktur nicht noch einmal grundlegend ändert, beende ich an dieser Stelle meine Berichterstattung über diese Saga. Nicht, weil die Geschichte zu Ende ist, sondern weil wir den Punkt erreicht haben, an dem die nächsten Schritte eher Verhandlungstaktiken sind als strategische Veränderungen, die es wert sind, analysiert zu werden.
Die Frist am 21. Januar rückt näher (Marktanalyse). Wir werden sehen, wer zuerst nachgibt.